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Lenormandkarten: Die 36 Karten und ihre Bedeutung

Das Lenormanddeck ist mit seinen 36 klaren Symbolkarten der Klassiker des Kartenlegens im deutschsprachigen Raum. Was die wichtigsten Karten bedeuten und wie Kombinationen gelesen werden.

Woher kommen die Lenormandkarten?

Benannt ist das Deck nach Marie Anne Lenormand (1772–1843), der wohl berühmtesten Kartenlegerin Frankreichs, zu deren Kundschaft der Überlieferung nach auch Kaiserin Joséphine gehörte. Die heute verbreiteten 36 Karten – das „Petit Lenormand" – erschienen allerdings erst nach ihrem Tod und gehen auf ein älteres deutsches Kartenspiel zurück.

Im deutschsprachigen Raum ist Lenormand bis heute das beliebteste Deck fürs Kartenlegen: Die Symbole sind alltagsnah (Haus, Baum, Brief, Herz), die Bedeutungen vergleichsweise klar umrissen, und die Karten werden traditionell stark in Kombination gelesen.

Wichtige Karten und ihre Kernbedeutung

Jede der 36 Karten hat eine kompakte Kernbedeutung. Eine Auswahl der Karten, nach denen am häufigsten gefragt wird:

1 – Der Reiter
Neuigkeiten, Bewegung, etwas kommt auf dich zu.
2 – Der Klee
Kleines Glück, eine gute Gelegenheit von kurzer Dauer.
3 – Das Schiff
Reise, Fernweh, Veränderung mit Anlauf.
4 – Das Haus
Zuhause, Familie, Stabilität und Privates.
5 – Der Baum
Gesundheit, Wachstum, langfristige Entwicklungen.
8 – Der Sarg
Abschluss, Stillstand, ein Thema kommt zur Ruhe – wie der Tod im Tarot symbolisch zu lesen.
11 – Die Ruten
Gespräche, aber auch Streit und Wiederholung.
16 – Die Sterne
Klarheit, Orientierung, ein gutes Gelingen.
20 – Der Park
Öffentlichkeit, soziales Umfeld, Sichtbarkeit.
24 – Das Herz
Liebe, Zuneigung, Herzensangelegenheiten.
25 – Der Ring
Bindung, Verträge, Verbindlichkeit.
31 – Die Sonne
Erfolg, Energie, eine der stärksten positiven Karten.
35 – Der Anker
Halt, Beständigkeit, Arbeit – etwas, das trägt.
36 – Das Kreuz
Belastung, Schicksalhaftes, aber auch: ein Wendepunkt mit Sinn.

Kombinationen: die eigentliche Kunst

Lenormandkarten entfalten ihre Aussage erst im Zusammenspiel. Reiter + Herz liest sich als Liebesbotschaft, Reiter + Ruten eher als Nachricht, die Diskussionen auslöst. Bei größeren Legungen wie der Großen Tafel, bei der alle 36 Karten liegen, kommen zusätzlich Position und Blickrichtung der Personenkarten dazu.

Genau deshalb lohnt sich für konkrete Fragen ein Gespräch mit einem erfahrenen Kartenleger: Die Kunst liegt nicht im Nachschlagen einzelner Bedeutungen, sondern darin, aus dem Bild der gesamten Legung eine stimmige, auf deine Frage bezogene Erzählung zu lesen.

Lenormand oder Tarot – was passt zu mir?

Beide Systeme beantworten ähnliche Fragen, sprechen aber unterschiedliche Menschen an. Lenormand gilt als konkreter und alltagsnäher – die Karten benennen Situationen, Personen und Entwicklungen. Tarot arbeitet stärker mit inneren Prozessen, Archetypen und seelischen Themen. Viele Berater beherrschen beides und wählen das Deck passend zu deiner Frage; ein „richtig" oder „falsch" gibt es hier nicht.

Häufige Fragen

Wie viele Karten hat ein Lenormanddeck?

Das verbreitete Petit Lenormand hat 36 Karten. Daneben existiert das deutlich seltenere Grand Lenormand mit 54 Karten, das ein eigenes, komplexeres Deutungssystem hat.

Was ist der Unterschied zwischen Lenormand und Tarot?

Lenormand arbeitet mit 36 alltagsnahen Symbolkarten und lebt von Kartenkombinationen; die Deutungen gelten als konkret und situationsbezogen. Tarot nutzt 78 Karten mit archetypischen Bildern und legt den Schwerpunkt stärker auf innere Entwicklungen.

Ist die Karte „Der Sarg" ein schlechtes Omen?

Nein. Der Sarg steht – ähnlich wie der Tod im Tarot – für Abschluss, Pause oder Stillstand. Im Zusammenspiel mit den Nachbarkarten zeigt sich, welches Thema zur Ruhe kommt und was danach Platz bekommt.

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